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Kein Hinweis auf Arzneimittelwechselwirkungen von Ginkgo biloba oder Silymarin-Extrakten

Ausgabe 117
Kein Hinweis auf Arzneimittelwechselwirkungen von Ginkgo biloba oder Silymarin-Extrakten

Für Extrakte aus Ginkgo biloba oder Mariendistel (Silybum marianum) ließen sich keine Hinweise auf eine Interaktion mit anderen Arzneimitteln finden, im Gegensatz zu den bekannten Wechselwirkungen von Extrakten aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) oder Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea). Die zuletzt genannten verringerten die Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln, welche über das Cytochrom P450 System (CYP3A4) metabolisiert werden. Auch grüner Tee kann laut einer qualitativen Analyse die Bioverfügbarkeit von synthetischen Arzneimitteln verringern; vermutlich über eine kompetitive Hemmung des OATP1A2-Transporters*.

So lauten die Ergebnisse einer großangelegten Datenbankrecherche und einer systematischen Analyse methodisch hochwertiger Studien (Januar 2000 bis Juni 2018). Für Ginkgo biloba, Johanniskraut, Purpur-Sonnenhut und Mariendistel lagen eine ausreichende Anzahl Studien vor, so dass die Durchführung von Metaanalysen möglich war. Andere Phytoprodukte konnten mangels hochwertiger Studien nicht bewertet werden.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Einnahme von Mariendistel oder Ginkgo biloba-Arzneimitteln als sicher anzusehen und die Wahrscheinlichkeit für klinisch relevante Interaktionen gering sei. Bei der Verwendung von Extrakten aus Johanniskraut oder Purpur-Sonnenhut, sowie grünem Tee, seien Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die Substrate von CYP3A4 oder OATP1A2 sind, zu beachten.
Mehr als 50% aller Arzneimittel werden über CYP3A4 metabolisiert; verschiedene oral verabreichte pharmakologische Wirkstoffe werden über OATP1A2 im Gastrointestinaltrakt aufgenommen.

*OATP1A2 = organic anion transporting polypeptide 1A2

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Montag, 08 April 2019 16:09

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